Ludwig Heinrich Jungnickel

Ludwig Heinrich Jungnickel


(Wunsiedel/Oberfranken 1881 – 1965 Wien)

Ab 1896 Besuch der Kunstgewerbeschule in München, 1898 Zögling im Internat in Tanzenberg/Kärnten, danach Studium an der Akademie in Wien, u.a. bei Eisenmenger (Entwürfe für Teppiche, Tapeten und Stoffe). Ab 1902 die Wiener Kunstgewerbeschule, Klasse Roller.

Kontakte mit Gustav Klimt und den Künstlern der Wiener Werkstätte, Besuch bei Egon Schiele in Krumau. 1908-11 Entwurf und Fertigstellung eines Tierreliefs für Palais Stocklet in Brüssel, 1909 Farbholzschnitt-Serie „Schönbrunner Tiertypen“, 1911/12 Teilname an internationalen Kunstausstellungen in Rom (Graphikerpreis) und Amsterdam (Goldene Medaille). Eine Zeitlang lehrt er an der Kunstgewerbeschule in Frankfurt a.M.

Ab 1918 österreichischer Staatsbürger, Mitglied in Hagenbund, im Wiener Kunstverein und im Kunstverein für Kärnten. 1930 österr. Staatspreis für bildende Kunst und Große Medaille der Stadt Wien, 1936 (auch 1958) Beteiligung an der Biennale in Venedig.

Während der NS-Herrschaft Berufsverbot, daraufhin im Exil in Dalmatien und Istrien, erst 1952 Rückkehr nach Österreich (Villach).

Nach dem Tod 1965 große Retrospektive im Wiener Künstlerhaus.

Jungnickel war der bedeutendste Tiermaler der österr. Moderne, mit außerordentlicher Begabung für die Darstellung des Gemütszustandes der Tiere, die er oft bis zum Äußersten „personalisierte“.